Berufsfeld Anwaltschaft – erster Kurs in Bayern – Zusammenfassung | MCNeubert lawblog

Berufsfeld Anwaltschaft – erster Kurs in Bayern – Zusammenfassung

Dienstag, 13. Juli 2004 |  Autor:

Wie versprochen, fasse ich am Ende des Kurses nochmal zusammen und schließe meinen Bericht an den letzten Beitrag an.

Es folgte ein recht interessanter Vortrag von RA, StB, vBP Dr. Schwarz über die steuerlichen Aspekte der Anwaltstätigkeit. Die „4 III-Rechnung“ für Freiberufler war für uns Bayern mit Pflichtfach Steuerrecht nichts Neues – interessant waren aber die praktischen Tipps: Wie melde ich meine Angestellten an etc.

Frau RAin Iris Berger vom Institut für Konfliktbearbeitung gab uns eine kurze Einführung in „Mediation und Schlichtung“ – ein sicher interessantes Thema, das aber mehr Zeit benötigt hätte.

Danach folgten zwei Tage mit Syndikusanwälten – einer aus dem Hause des Baur-Versand und einer aus der Kulmbacher Brauerei. Interessant waren vorallem die UWG- und markenrechtlichen Probleme der Brauerei.

Ein Highlight der ganzen Veranstaltung war mit Sicherheit Herr RAuN Rembert Brieske aus Bremen (Vizepräsident des deutschen Anwaltsvereins). In einem rhetorisch und didaktisch hervorragendem Vortrag brachte er uns die Probleme der Anwaltshaftung näher. Bei den von ihm beschriebenen Risiken kommt man schon ins Grübeln, ob man den Beruf Anwalt ergreifen möchte – er hat seine Ausführungen aber am Ende relativiert und uns wieder Mut gemacht.

Einstweiliger Rechtsschutz und Zwangsvollstreckung aus anwaltlicher Sicht bei RA Dr. Ostler und RA Littig standen als nächstes auf dem Programm. Interessant war hier die praktische Vorgehensweise: Wie bekomme ich auch am Wochenende noch eine Einstweilige Verfügung etc.

Rechtsanwalt Hacker, der gar nicht den Eindruck eines Verwaltungs*** machte, hat die „Taktik der verwaltungsrechtlichen Mandatsführung“ behandelt.

Es folgte noch ein Tag Gebühren- und Kostenrecht bei RA Dr. Werner. Ein Tag reichte hier sicher nur für einen groben Überblick. Er hat aber versucht uns die Systematik des RVG zu erläutern und hat neue Probleme aufgezeigt: Zum Beispiel wird nach Vorbemerkung 3 (4) des VV zum RVG die Geschäftsgebühr nur zur Hälfte (max 0.75) auf die Verfahrensgebühr angerechnet. Gewinnt nun der eigene Mandant den Rechtsstreit, stellt sich die Frage, wie diese verbleibende Geschäftsgebühr vom Gegner eingetrieben wird, da sie im gerichtlichen Kostenfestsetzungsbeschluss nicht enthalten ist. Der RA könnte sie im selben Prozess mit einklagen, was diesen Prozess eventuell verzögert – er könnte einen neuen Gebührenprozess betreiben oder darauf verzichten.

Den Abschluss des Lehrgangs machten RA Rothmund und RiOLG Eick – beide Prüfer im 2. Examen. Wir simulierten gemeinsam eine mündliche Prüfung. Es folgten noch einige Tipps zur Vorbereitung auf die Mündliche etc.

Zusammenfassung:
Ein insgesammt sehr guter Kurs mit vielen hervorragenden Referenten. Teilweise hätten Schwerpunkte noch besser gesetzt werden können und die Themen hätten noch besser koordiniert werden können – wir hatten z.B. zu viel Berufsrecht.
Schade, dass nicht schon während des Referendariats mehr Augenmerk auf die Tätigkeit der Anwälte gelegt wird.

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Thema: Allgemein

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2 Kommentare

  1. Und wie kriegt man die Verfügung am Wochenende?

  2. 2
    MCNeubert 

    Angeblich gibt es in München – vorallem zu Messezeiten – einen Richter, der „Bereitschaft“ hat – den sollte man kennen – anrufen – Antrag und Verfügung am besten gleich persönlich vorbeibringen….
    War eher so allgemein gehalten der Tipp! :-)

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