Fußballvereine machen sich strafbar? | MCNeubert lawblog

Fußballvereine machen sich strafbar?

Dienstag, 16. November 2004 |  Autor:

Der pensionierte Strafrichter Fritz von Beesten will klären lassen, ob Fussballvereine Geldstrafen für ihre Spieler bezahlen dürfen.

Bei Fussballvereinen von der 1. Bundesliega bis zur Kreisklasse ist es seit Jahren üblich, dass sie individuelle Geldstrafen ihrer Spieler aus der Vereinskasse zahlen. Warum sollen aber nun alle Vereinsmitglieder dafür aufkommen, wenn ein Spieler seinem Gegner ins Gesicht spukt? Bei Amateurvereinen handelt es sich immerhin um Ordnungsstrafen zwischen 50,- und 500,- €, bei den Profis können es schon mal 20.000,- € sein.

Der Strafrichter ist der Ansicht, dass der Verein eine Untreue (§ 266 StGB) begeht, wenn er die individuellen Ordnungsgelder der Spieler begleiche. Außerdem mache sich der Spieler einer Steuerhinterziehung schuldig, wenn der diesen „geldwerten Vorteil“ in seiner Steuererklärung nicht angibt.
Der Jurist hatte als Vorstandsmitglied eines Vereins selbst einen Etatvoranschlag abgesegnet, in dem für Strafen der Spieler 300,- € veranschlagt wurden. Danach hat er sich selbst angezeigt und möchte die Frage der Strafbarkeit durch ein Gerichtsurteil geklärt haben.

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Thema: Allgemein

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