Sachsen macht sich lächerlich – Maschendrahtzaun, Holzmichl & Co. | MCNeubert lawblog

Sachsen macht sich lächerlich – Maschendrahtzaun, Holzmichl & Co.

Samstag, 20. November 2004 |  Autor:

Sorry, aber langsam reicht’s mir.
Sachsen ist gerade dabei, wieder ein moderner Industrie- und Dienstleistungsstandort zu werden. Firmen wie DHL, BMW, AMD, Porsche, VW oder Siemens siedeln sich in Sachsen an und liefern Spitzentechnologie in die ganze Welt.
So weit, so gut – wenn da nicht ständig wieder juristische Stilblüten durch die Medien gehen würden, die sich in Sachsen abspielen.

Zuerst war da der Maschendrahtzaun. Zwei streitsüchtige Sachsen verklagen sich gegenseitig wegen eines „Knallerbsenstrauchs“ und einem „Maschendrahtzaun“. Leider müssen sie ihren Nachbarstreit auch noch in breitestem Sächsisch in den Medien austragen. Stephan Raab nutzt die Gelegenheit und schreibt ein Lied darüber und ganz Deutschland lacht: über Sachsen.

Dann erklingt der Holzmichl in unseren Ohren. Schlimm genug, dass es dieses Lied aus den Erzgebirgsstuben in die Charts geschafft hat. Aber auch das reicht noch nicht. Ein Chemnitzer Verleger – offensichtlich einer der wenigen Sachsen, der erkannt hat, dass wir von audiovisueller Volksverblödung nicht leben können, und viele Sachsen damit auch nicht leben möchten – startet eine Gegenkampagne: „Tötet den Holzmichel“. Und auch dies landet prompt vor Gericht und in den Medien – letztlich kommt es zu einem Vergleich: Die „Holzmichel’s“ verzichten auf weitere Klagen und der Chemnitzer Verleger verzichtet auf seine Kampagne – schade eigentlich.

Und jetzt auch noch Thomas Gottschalk. Über seine Product-Placement-Show kann man sicher geteilter Meinung sein, aber es ist doch schön, dass er aus Leipzig sendet. Dann schafft er es auch noch halb Leipzig mit seinen Sportgeräten auf die Beine zu bekommen und verliert so seine Wette. Zur Einlösung seines Wetteinsatzes fährt er zwei Stunden Taxi in Leipzig. Ein netter Gag aber auf jeden Fall super PR für die Stadt Leipzig.
Wenn da nicht irgendso ein juristischer Spießer nichts besseres zu tun hätte, als Herrn Gottschalk anzuzeigen, weil er ohne gültigen Taxischein unterwegs war.

Jetzt ist die Mauer nun schon seit 15 Jahren weg, aber wahrscheinlich haben all die Maschendraht-Streithähne, die fanatischen Holzmichl-Fans und die sonstigen kleinkarrierten Oberkorrekten diese Chance noch nicht genutzt. Sie haben noch nicht von anderen Bundesländern aus betrachtet, wie lächerlich sie ihren Freistaat Sachsen damit im Rest Deutschlands machen.

Ich bin übrigens stolzer gebürtiger Sachse, habe die letzen 8 Jahre außerhalb Sachsen gewohnt und bin gerade erst zurückgekehrt in meine Heimat.

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Thema: Allgemein

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2 Kommentare

  1. 1
    Anonymous 

    Aber hollo!

  2. 2
    te-zeus 

    Stefan, RAAB
    (auf Sächs.: KRÄHE, Totenvogel,AASfresser,Müllvogel, Galgenfresser,
    Seuchenvogel, … etc. etc.)

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