Hebegebühr ??? | MCNeubert lawblog

Hebegebühr ???

Donnerstag, 15. Dezember 2005 |  Autor:

Wie haltete Ihr das eigentlich, liebe Kolleginnen und Kollegen – wird auf Fremdgelder, die über die Anwaltskonten laufen, immer / mandantenabhängig / sachverhaltsabhängig eine Hebegebühr erhoben?
Wenn ein RA für mich nach einem Verkehrsunfall den mir entstandenen Schaden bei der gegnerischen Versicherung geltend macht und sein Honorar ebenfalls bekommt, würde ich es als Mandant auch nicht verstehen, warum der obendrein noch eine Hebegebühr geltend macht, die nur mir entsteht und die als Schaden von der gegnerischen Versicherung nicht getragen wird.

Danke für Eure Meinungen.

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Thema: Allgemein

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9 Kommentare

  1. In meinen Augen sind Hebegebühren Schmarrn, der Zeitverlust für den Erklärungsbedarf steht in keinem Verhältnis zu den Mehreinnahmen. Am liebsten ist es mir ohnehin, der Zahlungsverkehr läuft über den Mandanten direkt.

  2. 2
    MCNeubert 

    Sehe ich eigentlich genauso – man erspart sich damit aber das Nachfragen, ob die Zahlungen beim Mandanten eingegangen sind.

  3. 3
    Lea (Rechtsanwaltsfachangestellte) 

    Hebegebühren find ich nicht schlecht, immerhin bringt es der Kanzlei Geld. Es muss allerdings im Vorfeld mit dem Mandanten besprochen werden, bzw. der Mandant darauf hingewiesen werden, dass Hebegebühren anfallen. allerdings ist es wiederum nicht verpflichtend, dass hebegebühren verlangt werden, das ist eine sache vom ra.

  4. 4
    MCNeubert 

    Danke für den Kommentar.
    Die Frage ist nur, mit welchen Argumenten man die Hebegebühr dem Mandanten „verkauft“?

  5. Grundsätzlich besteht kein Grund dafür, dass der Rechtsanwalt auf ihm zustehende Gebühren verzichtet. Schließlich bedeutet der Zahlungsverkehr auch zeitlichen Aufwand. -So jedenfalls der Grundsatz- In meiner Kanzlei ist jedoch der Dienst am Mandanten und damit die Praxis so, dass die Hebegebühr regelmäßig nicht geltend gemacht wird. Die direkte Zahlung immer an den Mandanten halte ich nicht für sinnvoll- man kann ja so den Zahlungsverkehr nicht wirklich sinnvoll überwachen. Ist die Überwachung nicht sinnvoll, dauert der Fall länger, obwohl das nicht sein muß.

  6. 6
    Name auf Wunsch gelöscht 

    ich habe zu den hebegebühren eine frage:

    in einer nachlasssache für eine erbengemeinschaft hat unser anwalt jetzt die konten des erblassers aufgelöst und wertpapiere verkauft. dann wurde durch einen gesonderten notar das haus verkauft und der Erbanteil an unseren rechtsanwalt überwiesen. dies sammelte er auf ein konto. dann nahm er teilauszahlungen an die 4 erben ( 2 in amerika, die ihm die generalvollmacht für sich gaben) jede teilauszahlung wurde von ihm mit hebegebühren belegt. die zahlung des notars an den anwalt auch.

    die zahlungen waren

    ***
    ***
    ***

    an die erben in deutschland

    ****
    ****

    an die erben in amerika

    für diese zahlungen führt er eine hebegebühr von insgesamt 460,28 euro für die verwahrung und weiterleitung der gelder RVG VV 1009 auf

    die amerikaner bekommen noch jeweils

    *****
    ***** ausgezahlt.

    dafür berechnet er nochmal je eine hebegebühr von *** Euro+ *** Euro

    es sind noch einige unklarheiten in der rechnung. der anwalt möchte eine einverständniserklärung zu seinen aufführungen. da er die noch nicht bekommt hält er die o.a. endzahlungen zurück.
    auf einen brief mit der forderung die rechnung detailliert aufzugliedern und kopien über auslagen beizulegen,
    antwortet er nicht. es kam lediglich ein anruf mit der aufforderung in die kanzlei zu kommen und einsicht zu nehmen. was tun?und wie hoch sind die
    jeweiligen hebegebühren?

  7. @ ***

    ich zitiere hier mal RVG VV 1009 – damit können Sie die Rechnung des Anwalts selbst überprüfen.

    1009 Hebegebühr

    1. bis einschließlich 2 500,00 EUR

    1,0 %

    2. von dem Mehrbetrag bis einschließlich 10 000,00 EUR

    0,5 %

    3. von dem Mehrbetrag über 10 000,00 EUR

    0,25 %

    (1) Die Gebühr wird für die Auszahlung oder Rückzahlung von entgegengenommenen Geldbeträgen erhoben.

    (2) Unbare Zahlungen stehen baren Zahlungen gleich. Die Gebühr kann bei der Ablieferung an den Auftraggeber entnommen werden.

    (3) Ist das Geld in mehreren Beträgen gesondert ausgezahlt oder zurückgezahlt, wird die Gebühr von jedem Betrag besonders erhoben.

    (4) Für die Ablieferung oder Rücklieferung von Wertpapieren und Kostbarkeiten entsteht die in den Absätzen 1 bis 3 bestimmte Gebühr nach dem Wert.

    (5) Die Hebegebühr entsteht nicht, soweit Kosten an ein Gericht oder eine Behörde weitergeleitet oder eingezogene Kosten an den Auftraggeber abgeführt oder eingezogene Beträge auf die Vergütung verrechnet werden.

  8. 8
    Patzer,Elke 

    Ich habe auch so einen Fall. Hatten Mieter die die Miete und Nebenkosten nicht bezahlt haben. Wir haben es eingeklagt. Der Anwalt der Mieter verlangte bei einem Vergleich, das das Geld in Raten auf das Konto unseres Anwalts geht. Jetzt zahlen die Mieter monatlich 150,00 Euro auf das Anwaltskonto. Von diesen 150,00 Euro wird uns 1,50 Euro Hebegebühr und 0,29 Euro Steuern abgezogen. Das finden wir nicht richtig, da ja die Steuern über Einkommenssteuer schon berechnet wurde bei den Mieteinnahmen und die Hebegebühr müßten die Mieter tragen, weil sie ja die Schuldner sind. So werden wir ja doppelt bestraft. Erst mußten wir klagen um überhaupt etwas zu bekommen und dann zahlen wir noch an Gebühren und Mehrwertsteuer drauf. Ist doch mehr wie ungerecht oder ??

  9. @ Elke Patzer

    Zunächst hat die vom Anwalt berechnete Steuer nichts mit der Steuer zu tun, die Sie für die Einnahme aus Vermietung und Verpachtung zahlen – es ist die Mehrwertsteuer auf seine Hebegebühr.
    Dass er hier tatsächlich Hebegebühr verlangt ist meiner Ansicht nach auch gerechtfertigt, da er ja tatsächlich Arbeit hat – er muss die Zahlungseingänge buchen und wieder auszahlen und buchen – da ist mit 1,50 pro Rate der tatsächliche Aufwand noch lange nicht bezahlt.
    Allerdings sollte in der Ratenzahlungsvereinbarung drin stehen, dass der Mieter am Ende auch noch die Hebegebühr zahlt – machen wir zumindest so.

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