ebay: Bilderklau | MCNeubert lawblog

ebay: Bilderklau

Sonntag, 8. Januar 2006 |  Autor:

Das Dass man bei ebay die eigenen Angebote nicht mit fremden Fotos bewerben sollte, hat sich doch eigentlich schon rumgesprochen – dachte ich. Jetzt legte mir ein Mandant jedoch Screenshots von ebay-Auktionen vor, die nachweisen, dass ein Konkurrent erst bei meinem Mandanten gekauft hat und dann den Artikel mit der gleichen Beschreibung und den gleichen Fotos wieder eingestellt hatte . Die Fotos hatte mein Mandante sogar mit seinem Logo versehen – der Käufer hat sich lediglich die Mühe gemacht, bei zwei Fotos zu versuchen, das Logo zu entfernen. Und bei einer anderen Auktion hat er sich die Fotos noch nicht mal heruntergeladen sondern einfach Fotos auf dem Server meines Mandanten verlinkt – erst als mein Mandant die Fotos mit „die sind geklaut“ markierte, hat er den Link geändert.

Weil er selbst daraus nichts gelernt hat, hat er sich nun eine Abmahnung verdient.


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Thema: Allgemein

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26 Kommentare

  1. 1
    SK 

    Das kommt mir bekannt vor: Dritter klaut selbst gefertigte eBay-Fotos eines von uns vertretenen Anbieters, Auktion wird im Rahmen des VeRI-Programms von eBay beendet, Dritter wird über Sachverhalt aufgeklärt und was passiert? Zwei Tage später steht die Auktion wieder drin, wieder mit den gleichen Bildern des Anbieters – die Konsequenz: eine anstandslos ohne mündliche Verhandlung erlassene eV. Das tut jetzt richtig weh.

  2. 2
    Gast 

    … und dann stellte man nach der EV ploetzlich fest, dass der Verletzter den Finger gehoben hat und vermoegenslos ist, der Mandant ist stinksauer, der Anwalt will sein Geld vom Verletzten, weil er ja fuer das Ausfallrisiko nicht einstehen will. Nun wird der, dem an sich ein Schaden zugefuegt worden ist, durch seinen eigenen Anwalt beklagt, weil er als einziger noch Geld hat und der Schaediger lacht nun richtig … Fuer den armen Abmahner nichts als Kosten, Kosten, Kosten. Wann begreifen Anwaelte endlich, dass Theorie und Praxis weit, ganz weit, auseinander fallen?

  3. 3
    MCNeubert 

    @ Gast
    Sowas kann natürlich immer passieren. In meinem Fall hatte der Mandant es aber schon ohne Anwalt versucht – der Verletzter hat es aber offenbar nicht kappiert – dann wollte er die Abmahnung. Meinem Mandanten, der einen recht großen Online-Shop betreibt und auch als Powerseller über ebay verkauft, kann es aber nicht dulden, dass seinen Fotos (mit Logo) von anderen verwendet werden – er hat da auch einen Ruf zu verlieren – also dürften die Kosten, die notfalls selbst zu tragen sind, keine so große Role spielen.

    Ich habe als Streitwert auch „nur“ 5.000,00 EUR genommen und nicht die üblichen 25.000,00 EUR, weil es uns tatsächlich darum geht, das nur der Bilderklau aufhört.

  4. Ja, ja, es ist unglaublich, wie naiv auch gewerbliche Händler mit dem Thema umgehen. Wir haben es schon häufiger erlebt, dass gewerbliche Anbieter, die Bilder direkt per html über „a href“ die Bilder vom Server unserer Mandanten in ihr Angebot „einpflegen“.

    Das ist besonders lustig, weil eine Mandantin die Gelegenheit nutzte, das Bild zu ändern und auf den Verstoß per Image hinzuweisen.

  5. 5
    Jens 

    Liegt bei einfachen Produktfotografien eigentlich die nötige Schöpfungshöhe für einen urheberrechtlichen Schutz vor?

    Ich finde auch immer wieder von mir selbst erstellte Produktfotos bei Konkurenten oder ebay Verkäufern. Ich habe aber meine Zweifel ob die urheberrechtlich geschützt sind.

  6. 6
    MCNeubert 

    Doch, aufgrund der individuellen Gestaltung des Bildes, der individuellen Lichtführung etc. ist die nötige Schöpfungshöhe wohl erreicht – zumal, wenn das Foto mit dem eigenen Logo versehen wird.

  7. 7
    SK 

    @Gast: Solche Probleme (Finger gehoben) kann man vorher abklären und das Risiko minimieren. Im Übrigen gilt: Wenn der Mandant über das Restrisiko informiert ist und in Kenntnis dieses Risikos trotzdem handelt ist dem Anwalt kein Vorwurf zu machen. Aber es ist sicherlich bequemer, immer auf den Anwalt zu schimpfen, anstatt einmal in Betracht zu ziehen, dass auch ein Anwalt über solche Risiken aufklärt und der Mandant dann in Kenntnis dieses Risikos handelt.

  8. 8
    T. 

    Kauft Euch doch mal ’nen Duden und lest darin… Ist doch peinlich, wenn gleich das erste Wort des Beitrags falsch geschrieben wird, oder?

  9. 9
    RobT 

    @T.

    Eins haste noch vergessen beim Nörgeln-tun: man beginnt keine Sätze mit „daß“. Dieses Wort steht regelmäßig hinter einem Komma…

  10. 10
    Rene 

    Aus Wikipedia:

    „Die fehlerhafte Schreibung der Wörter „dass“ und „das“ (mhd. daz) ist einer der häufigsten Rechtschreibfehler in der deutschen Sprache. Dies liegt in den meisten Fällen daran, dass viele Schreiber die verschiedenen Bedeutungen der Wörter nicht unterscheiden können. Dass dass nämlich auch am Anfang eines Satzes stehen kann, ist hiermit bewiesen. Und dass vor dass auch nicht immer ein Komma stehen muss, ebenso.“

  11. 11
    Jens 

    Hilfe die Rechtschreibpolizei ist wieder unterwegs!

    Im übrigen, was heißt hier falsch geschrieben? Nach welchen Maßstäben? Das ist ein vraies LAnd da kan jeda scHRAIben wi er wil.

  12. 12
    Alix 

    @ Jens:
    Es ist schön, noch Träume zu haben bzw. nicht. Wie sagte meine Tochter:
    „Träume nicht Dein Leben – lebe Deinen Traum“.
    Wenn mir jemand wegen Fehler in meiner Rechtschreibung ‚ans Bein pinkelt‘, lass ich es abtropfen, wasche hinterher – und das war es. Wg. so einem Scheiss lohnt sich die Aufregung nicht. Wichtig ist doch, dass das Geschriebene verstanden wird. Wer über Fehler der Rechtschreibung stolpert, hat erhebliche Schwierigkeiten mit seinen Wahrnehmungsmöglichkeiten 😉

    ich kan auch sohlche tekste leesen unt deren inhallte fersteen .
    Es liest sich eben nicht so flüssig – aber wozu hat Mensch Gehirn?

  13. 13
    Sven 

    Wodurch entsteht eigentlich ein Schaden, wenn man Bilder und vielleicht sogar Artikelbeschreibungen übernimmt? Bis auf die Tatsache, dass sich der Verkäufer bei eBay weniger Arbeit machen muss, was man als hilfsbereiter Mitbürger natürlich gerne in Kauf nimmt 😉

    Alix: Ja, es liest sich nicht so flüssig. Wenn ich langsam Auto fahre, fährt es auch nicht flüssig. Dass das andere Menschen stört sollte Grund genug sein, den eigenen Störfaktor gering zu halten.

  14. 14
    Ute 

    Bei mir war sogar mal einer so dreist, daß er erst Trafficklau beging & Bilder von meinem Server eingebaut hat – und dann auch noch mir(!) mit dem Anwalt gedroht hat, damit ich die inzwischen „getürkten“ Bilder auf meinem Server wieder in den Originalzustand versetze. Angeblich würde ich mich ihm gegenüber geschäftsschädigend verhalten. Öhm… Ja… Schon klar. *vogelzeig*

    Ich habe einmal laut gelacht, kurz den Kopf geschüttelt und nie geantwortet. Verklagt wurde ich auch nicht. Warum nur…? *fg*

  15. 15
    Ute 

    @Sven:

    Wenn bei E-Bay jemand meine Bilder klaut, dann heißt das ja offensichtlich, daß er das Gleiche verkauft wie ich. Warum sollte ich mir Mühe mit guten Produktbildern und -beschreibungen geben, damit jemand anders mit meinem geistigen Eigentum Kohle macht? Hilfsbereitschaft unterscheidet sich vom Ausgenutztwerden dadurch, daß man selbst entscheiden kann, wem man wie hilft. Oder eben auch nicht.

  16. 16
    Sven 

    Also mal ein ganz simples Beispiel: Ich mache ein Foto einer DVD, die ich verkaufe. Anschließend nimmt jemand dieses Bild von mir (wir gehen mal nicht von Traffic-Verlinkung aus… je nach Provider könnten dadurch ja Performance-Verluste oder Traffic entstehen) und benutzt es für seine Auktion.

    Ganz ehrlich: Wo ist da das Problem (bzw. der Schaden) für mich? Meine DVD verkauft sich dadurch nicht minder schlecht. Und der Betreffende hat nicht die Mühe, ein solches Foto anzufertigen.

    Bei Sammlerobjekten (Briefmarken, antiquarisches Geschirr, etc.) liegt der Fall natürlich anders. Aber für mich liegt der Verstoß primär darin, dass der Zustand der zu verkaufenden Ware (Kratzer, etc.) verfälscht dargestellt wird.

  17. 17
    MCNeubert 

    Ich darf nochmal erwähnen, dass mein Mandant die Fotos mit einem Logo versehen hat und der Konkurrent das Logo teilweise noch nicht einmal entfernt hat.
    Der Schaden besteht nicht nur darin, dass der Konkurrent Fotos, für die üblicherweise zu bezahlen wäre, ohne Bezahlung genutzt hat. Zum anderen nutzt er das Logo meines Mandanten, was für diesen geschäftsschädigend ist, da der Konkurrent natürlich nicht den Service bietet wie mein Mandant und sich negative Bewertungen einfängt, was auf meinen Mandanten abfärben kann.

    Gruß
    M.C.Neubert

    Ich baue übrigens in jeden Beitrag und Kommentar mindestens einen Rechtschreibfehler ein, damit die Dudenfreunde was zu tun haben.

  18. 18
    Liesegang 

    Das ist leider kein Einzelfall …

  19. 19
    H. 

    Schöpfungshöhe ist für den Lichtbildschutz nicht erforderlich, da der Schutz unabhängig von der Werkqualität gewährt wird, vgl. § 72 Abs. 1 UrhG.

  20. 20
    MCNeubert 

    @H.
    Stimmt, wie sind wir hier eigentlich auf die Schöpfungshöhe gekommen…

  21. 21
    Bennor 

    Oh oh jetzt schreibe ich 😀 >>> Was passierten wenn jemand meine Bilder bei Ebay klaut ? Es handelt sich um Sammelobjekte wie z.B Figuren etc. ! Kann ich den jenigen Anzeigen ? Und wie viel Geld bekomme ich dann *g*

    Ps : Tausend Rechtschreibfehler VoRRRprOOOgRRRRaMMMIIIEEERT

  22. 22
    MCNeubert 

    @ Bennor

    Anzeigen wohl nicht, aber abmahnen und Schadensersatz verlangen. Wieviel Schadensersatz sie verlangen können, kommt auf die Dauer der Verwendung und die Qualität der Fotos an – für brauchbare Fotos können 250,00 EUR pro Woche verlangt werden.

  23. 23
    Lutz 

    Hallo,
    @ Sven (ganz ehrlich)
    ich wundere mich sehr über Deine sehr kulante Anschauung den Bilderklau betreffend. Bei Privatauktionen mag der Gedanke „ich helfe anderen bei Ihrem Verkauf gern mal“ ja noch angehen. Aber er vernachlässigt folgenden Fakt: Gute Bilder werden teuer bezahlt. Es stehen auch private Verkäufer zu professionellen in realer Konkurrenz, solange beide das gleiche Produkt anbieten. Gewerbliche Händler sowieso. Der gewerbliche Verkäufer wird daher oft in Produktfotos investieren, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Und diese Investition muß sich bezahlt machen. Genau das wird aber nicht passieren, wenn sich andere danach gratis bedienen.
    Und gerade die guten Profifotos werden gern geklaut.
    Dann kann man es lassen, unternehmerische Kreativität wird verhindert, Fotografen verlieren Aufträge.
    Und das soll und darf nicht sein, darüber wacht das Urheberrecht.
    MCNeuberts Mandant hat alles Recht der Welt sich zu wehren!
    Wer einmal (professionelle) Produktfotos beim Entstehen beobachten konnte, wird die sog. Schöpfungshöhe nicht anzweifeln, unabhängig von § 72 Abs. 1 UrhG.

  24. @RA Liesegang
    Herr Kollege- Viele Grüße nach Frankfurt a M. !

  25. 25
    Sahra 

    Hallo ich brauch bitte Hilfe für meine Freundin ,
    Sie hat bei Ebay eineAuktion mit einen Foto für sieben Tage reingestellt . Mit einem Mieder . Da ihre Fotos aber nicht so schön waren wie ein anderes , hat sie es Kopiert und in die Auktion reingesetzt . Nach ablauf der Auktion bekommt sie einen Bösen Anruf von der Besitzerin das das Bild Copyright geschützt ist und sie will 300 € Schadensersatz haben .
    Sie hat die Auktion oder den Mieder selber gekauft , da sie an die Daten rankommen wollte . Sie hat die Auktion zu ende gehen lassen und sich dan erst gemeldet . Wie verhält sich das nun , darf sie das so fordern oder nicht , wie hätte sie sich verhalten müßen rechtlich gesehen ? Was kann meine Freundin tun ? Vielen Dank für die Hilfe Sahra

  26. Zunächst muss geprüft werden, ob diejenige, die jetzt das die Lizenzgebühr haben möchte, auch tatsächlich die Rechte an dem Foto besitzt.
    Ein Foto muss übrigens nicht mit einem Copyright versehen sein – es ist grundsätzlich urheberrechtlich geschützt.

    Die Rechteinhaberin hat sich korrekt verhalten und darf auch Geld für das Foto fordern. Dies ist die normale Lizenzgebühr zzgl. einem Strafaufschlag. Der Betrag scheint daher auch nicht überzogen hoch zu sein – immerhin hat sie darauf verzichtet einen Rechtsanwalt einzuschalten, was noch mehr Kosten verursacht hätte.
    Aber ihre Freundin sollte natürlich versuchen den Preis herunter zu handeln – vielleicht gibt sie sich ja auch mit 100,00 EUR zufrieden.

    Viele Erfolg
    Michael C. Neubert

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