Abstandsmessung mit VIDIT VKS 3.01 ohne Fahrbahnmarkierung ?? | MCNeubert lawblog

Abstandsmessung mit VIDIT VKS 3.01 ohne Fahrbahnmarkierung ??

Montag, 20. November 2006 |  Autor:

In meinem Handbuch zu Verkehrsordnungswidrigkeiten ist zum Abstandsmessverfahren von Brücken mit dem System VIDIT VKS 3.01 angegeben, dass auch bei diesem Verfahren zur Auswertung auf die typischen Querstreifen auf der Fahrbahn vor der Brücke zurückgegriffen wird.

Nun habe ich Akteneinsicht erhalten und mich selbst vergewissert, dass an der betreffenden Brücke überhaupt keine solche zusätzlichen Markierungen auf der Fahrbahn angebracht sind.

Hat vielleicht einer der geehrten Leser eine Idee, Erfahrungen oder Rechtsprechung zu der Frage, ob die Abstandsmessung angreifbar ist, wenn die Markierung fehlt? Wie erfolgte die Auswertung und Bestimmung der Geschwindigkeit und des Abstandes, wenn die Markierungen nicht als Referenz zur Verfügung steht?
Danke für die Hilfe!

Trackback: Trackback-URL | Feed zum Beitrag: RSS 2.0
Thema: Allgemein

Diesen Beitrag kommentieren.

5 Kommentare

  1. So, habe selbst nochmals etwas recherchiert.

    Die typischen Streifen vor der Brücke werden nicht benötigt, nur 4 Messpunkte.

    http://www.vidit-systems.de/html/vks.html

    Die könnte ich beim Vorbeifahren auch übersehen haben.

  2. Solche Messpunkte wie von Vidit unter dem obigen Link gezeigt gibt es vor der Brücke auch nicht. Die einzigen Markierungen, die ich gesehen habe, sind kurze schwarze Unterbrechnungen in der Fahrbahnmarkierung – das scheint wohl zu reichen.

  3. 3
    Jürgen Wieske 

    Hier eine kurze Eräuterung des VKS-Meßverfahrens:

    Das Meßverfahren beruht auf dem Prinzip der perspektivischen Transformation. D.h.: Die Fotographie eines Rechteckes erscheint auf dem Bild nicht mehr als Rechteck, sondernals Raute (sofern das Bild nicht exat senkrecht aufgenommen wurde). Diese perspektivische Transformation unterliegt festen Gesetzen und ist somit berechenbar.

    Zur Praxis:
    Auf der Fahrbahn werden sechs Paß- und Kontrollpunkte markiert, die ein Viereck bilden. Die Entfernungen dieser Punkte zueinander werden in das zum System gehörende Auswerteprogramm eingegeben.

    Bei der Verkehrsüberwachung wird der auflaufende Verkehr mit einer geeichten Videokamera aufgenommen. In jedem Videobild wird die Uhrzeit und Bildnummer digital „eingebrannt“.

    Bei der späteren Auswertung wird das Videoband über das Auswerteprogramm auf einem Computerbildschirm wiedergegeben.
    Zunächst werden die o.a. sechs Punkte auf dem Bildschirm markiert.
    Vermutet nun der auswertende Beamte einen Abstandsverstoß, hält er den Film an und markiert die beiden Fahrzeuge auf dem Bildschirm. Anschließend läßt er das Band weiterlaufen, hält es nach einer gewissen Fahrtstrecke der Fahrzeuge wieder an und markiert die Fahrzeuge erneut.
    Diese Situationen werden als Bilder automatisch in einer Datenbank gespeichert.
    Aufgrund der Gesetzmäßigkeit der o.a. perspektivischen Transformation errechnet das Auswerteprogramm die Entfernung der Fahrzeuge zum Markierungszeitpunkt zu den ersten Paßpunkten. Der größere Abstand der beiden Messungen wird dem Tatvorwurf zugrunde gelegt. Die Geschwindigkeit errechnet sich aus der zeitlichen Differenz zwischen den beiden Bildern und der dazwischen zurückgelegten Wegstrecke.

    Nach einem rechtskräftigen Beschluß des OLG Dresden handelt es sich bei dem Verfahren um ein sog. standarisierte Meßverfahren im Sinne der BGH-Rechtsprechung.

    Ich hoffe, daß war halbwegs verständlich, ansonsten mich anmailen unter nc-wieskeju@netcologne.de

  4. 4
    andre 

    hallo,habe mir gerade die beiträge angeschaut und würde gern wissen ob auch abstandskontrollen die per augenmass von der polizei wärend sie mich überholen rechtens sind und angefechtet werden können?

  5. @ andre

    Da sollten Sie gegen einen Bußgeldbescheid Einspruch einlegen und einen Anwalt mit der Sache beauftragen. So viel ich weiß, kann schon geschätzt werden, aber mit hohen Abschlägen.

Kommentar abgeben

Mit dem Absenden Ihres Kommentars willigen Sie ein, dass der angegebene Name, Ihre E-Mail-Adresse und die IP-Adresse, die Ihrem Internetanschluss aktuell zugewiesen ist, von mir im Zusammenhang mit Ihrem Kommentar gespeichert werden. Die E-Mail-Adresse und die IP-Adresse werden natürlich nicht veröffentlicht oder sonst weitergegeben. Mehr hierzu in den Datenschutzhinweisen.