Beschädigung der Mietsache durch Kleinkind | MCNeubert lawblog

Beschädigung der Mietsache durch Kleinkind

Dienstag, 9. Januar 2007 |  Autor:

Ein Mieter räumt seine Wohnung und bei der Abnahme zeigt sich ein großer Fleck auf der Auslegeware, der nicht zu entfernen ist. Nachdem der Vermieter den Schaden am Teppich ermittelt und die Kaution abgerechnet hat, trägt der Mieter vor, nicht er sondern sein 3 Jahre altes Kind habe den doch recht großen Fleck beim Spielen mit Buntstiften verursacht. Er meldet den Schaden seiner Haftpflichtversicherung, die eine eine Regulierung mit dem Verweis auf § 828 BGB ablehnt. Der Mieter will den Schaden auch nicht begleichen und leht jegliche Verantwortung ab – auch ein Verletzung der Aufsichtspflicht habe nicht vorgelegen. Er verlangt die Auszahlung seiner kompletten Kaution.
Natürlich können Kinder unter 7 Jahren für den durch sie verursachten Schaden nicht zur Verantwortung gezogen werden.
Aber welcher Vermieter wird dann noch gerne an Familien mit Kleinkindern vermieten, wenn er befürchten muss, dass er auf eventuellen Schäden an der Wohnung sitzten bleibt, weil diese Schäden natürlich immer von den Kindern verursacht wurden.

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Thema: Allgemein

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5 Kommentare

  1. 1
    Juristerer 

    Sehr interessant! Der kritische Punkt in diesem Fall ist die Verneinung einer Aufsichtspflichtverletzung. Könnte man nicht in der Überlassung von Buntstiften(!) an ein Kleinkind ohne Aufsicht des Erziehungsberechtigten eine Aufsichtspflichtverletzung sehen? Jedenfalls handelt die Mutter nach meiner Ansicht fahrlässig, wenn sie ihrem Kind „Buntstifte“ zur Verfügung stellt, ohne entsprechende Schaden verhindernde Vorkehrungen zu treffen
    Es kann nicht rechtens sein, dass der Vermieter bei derartigen Fällen auf seinem Schaden sitzen bleibt.

    Wo und vor welchem Gericht hat sich dies abgespielt?

    MfG

  2. @1: Sie haben keine Kinder, oder?

  3. @ 1
    Bis jetzt wird der Streit noch außergerichtlich ausgetragen.

    Sollte der Vermieter tatsächlich auf den Kosten sitzen bleiben, so ist dies nur ein vermeintlicher Sieg für Eltern mit Kleinkindern.
    Haben solche Eltern bereits jetzt ein Problem passenden Wohnraum zu finden (Lärm), so könnte sich das Problem aufgrund des nicht überschaubaren Risikos für den Vermieter noch verstärken.

  4. Die Sache wurde offensichtlich nicht gerichtlich entschieden. M.E. erscheint es doch sehr fraglich, ob der Mieter mit seiner Argumentation durchdringt, oder aber aus dem Mietvertrag heraus haftet, ohne das es auf die Person des konkreten Schädigers ankommt.

  5. 5
    Juristerer 

    @ 2:
    Ja, ich habe Kinder ;-
    Wenn ich einem 3 Jahre alten Kind Buntstifte zur freien künstlerischen Gestaltung überlasse, achte ich sehr wohl darauf, dass der Sprössling nicht übereifrig auf dem Teppichboden rumsudelt. Bei einem 3-jährigen Kind ist zu erwarten, dass es alle möglichen Unterlagen, wie Teppiche, Möbel, Fliesen, Spiegel etc. bemalt, um seinen Tatendrang auszuspielen. Buntstifte in Kleinkinderhand sind potenzielle Schadensersatz auslösende Werkzeuge. Hier hat die erziehungsberechtigte Person die Pflicht, derartige Sachschäden zu verhindern. Die Aufsichtspflichtverletzung liegt offensichtlich in der Überlassung (Tun oder Unterlassen) der Buntstifte an ein 3 Jahre altes Kind, das im Umgang mit selbigem einer ständigen Aufsicht bedarf.

    MfG

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