Skandaljournalismus bei Sat1 – Akte 07 zu „Sex-Chats“ | MCNeubert lawblog

Skandaljournalismus bei Sat1 – Akte 07 zu „Sex-Chats“

Mittwoch, 31. Januar 2007 |  Autor:

Akte 07 berichtet heute zu diesem Thema:

Sex-Überfall im Kinderzimmer: Wenn Erwachsene übers Internet perverse Bilder schicken

Seltsam war bereits der Beginn des Beitrages – er bestand aus einer Werbung für ein „Schutzprogramm“, ohne dass dies tatsächlich als Werbung zu erkennen war. Soweit ich mich erinnere wurde für „safe use“ geworben, aber dazu konnte ich im Internet nichts passendes finden. Auf der Seite von Akte wird für Netkids geworben – bin mir aber nicht sicher, ob der Werbeclip von denen war.

Im Beitrag selbst ging es um ein junges Mädchen, das in einem Chat sexuell belästigt wurde. Mit großer Empörung berichteten die Eltern – ein Jugendpsychologe forderte eine Zwangstherapie für den Sextäter.

Die Eltern hatten den Chat ihrer Tochter mit einem Überwachungsprogramm (monitoring), welches den Desktop aller paar Sekunden druckt und speichert, überwacht (wohl so ein ähnliches Programm). Die vom Chat-Täter gemachten Bildschirmprints stellten die Eltern auf eine Homepage und setzen 500,00 EUR Belohnung für die Ergreifung des Täters aus. Ein Ermittlungsverfahren war zuvor eingestellt worden, weil die IP-Adresse des Täters nicht mehr zu ermitteln war.

In der Sendung selbst war das Gesicht der Tochter unkenntlich gemacht worden und ihre Beiträge wurden meiner Ansicht nach nachgesprochen. Ihre Eltern waren aber zu erkennen. Über die Community bei Sat1 ist der Name der Familie und die oben genannte Homepage zu erreichen – kann mir vorstellen, dass die Akte Sendung an der Schule der Tochter morgen Gesprächsthema Nr. 1 ist. Ob man ihr damit einen Gefallen getan hat? Bei Aktenzeichen xy ungelöst war ein solcher Versuch vor einiger Zeit schon einmal nicht gerade glücklich gelaufen – siehe auch hier.
Hier noch ein passender Beitrag aus der Sat1 Community:

Oh ihr armen Leute, braucht ihr wirklich software die eure kinder ausspioniert ? Am besten noch heimlich ? Wenn eurer Kind, oder eher gesagt jugendliche tocher noch etwas älter ist, macht ihr euch möglicherweise strafbar!!
Warum kann man nicht einfach mit Kindern darüber reden anstatt mit software das vertrauen zu mißbrauchen ? Ich würde mal behaupten ein gut aufgeklärtes Kind/Jugendliche ist der beste schutz, und nicht so ne dämliche Überwachungssoftware.Und peinlich dass Sat1 indirekt für solche heimlichen maßnahmen Werbung macht
Und wenn das Kind mit solchen gefahren nicht umgehen kann, dann sollte man als Eltern konseqent das Internet verbieten, oder sich persönlich dirket neben dem PC setzten
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Thema: Allgemein

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