Ein Recht auf Diskriminierung | MCNeubert lawblog

Ein Recht auf Diskriminierung

Sonntag, 20. Mai 2007 |  Autor:

…fordert heute Romanus Otte in der Welt am Sonntag.

Bei der Suche nach Erzieherinnen für eine private Kinderkrippe wird er mit AGG konfrontiert und formuliert AGG-konform „Erzieherin/Erzieher“ gesucht, obwohl eigentlich eine junge Erzieherin eingestellt werden soll.

Ihn ärgert, dass ihm der Staat vorschreiben will, wer seine Kinder erziehen soll.

Es ist unsere Sache, ob wir unsere Kinder von schwarzen, weißen oder gelben, katholischen, schwulen, bayerischen, polnischen, männlichen, transsexuellen oder eben von jungen weiblichen Erzieherinnen betreuen lassen wollen.

Er hat wohl Recht, wenn er die Auswahl einer geeigenten Erzieherin als freie Entscheidung und nicht als Diskriminierung bezeichnet.

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Thema: Allgemein

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4 Kommentare

  1. 1
    code 

    Ich finde nicht, dass jemand das Recht haben sollte, jemand anderen wegen dessen Hautfarbe zu diskriminieren. Dass eine „junge Erzieherin“ möglicherweise besser als Kindergärtnerin geeignet ist, als ein Mann, mag sein, hat dann aber nichts mit dem Geschlecht zu tun, sondern mit sonstiger Qualifikation. Wenn ich die Wahl habe, einen fähigen Erzieher einzustellen oder eine unfähige, junge Erzieherin, dann nehme ich doch besser ersteren. Worum es beim AGG geht, ist doch eigentlich, dass niemand wegen sachfremder Kriterien willkürlich benachteiligt werden soll.

    Hinter diesem Ziel stehe ich absolut und finde es insofern auch das von Herrn Otte gesagte völlig verfehlt. Gerade im Hinblick auf Hautfarbe und Geschlecht, denn jemanden aus einem dieser Gründe zu diskriminieren ist echter Rassismus/Sexismus und m.E. durch nichts zu rechtfertigen. So sieht es – zu Recht – auch das AGG (freilich mit leichten Einschränkungen im Hinblick auf das Geschlecht).

    Wenn Herrn Ottes Weltbild verlangt, dass seine Kinder von einer jungen, bayrischen Erzieherin betreut werden, muss er sich den passenden Kindergarten suchen oder das mit der Kindererziehung auf andere Weise regeln. Im Übrigen halte ich die Diskussion ohenhin irgendwie für vorgeschoben, schließlich gibt § 8 Abs. 1 AGG durchaus das Recht zur unterschiedlichen Behandlung. Die muss eben nur gerechtfertigt sein, denn dann ist sie auch keine „Diskriminierung“ mehr.

  2. Ich halte ja den Sinn und Zweck des AGG nicht grundsätzlich für falsch.

    Aber gerade bei Bewerbungen wird die „Diskriminierung“ oder die freie Entscheidung des Arbeitgebers, denjenigen einzustellen, der ihm gefällt, nach hinten verlagert und verursacht beim Arbeitgeber und beim Arbeitnehmer unnötig Arbeit und Kosten. Auf die Anzeige „Erzieher/Erzieherin“ bewerben sich sehr viele potentielle Arbeitnehmer, obwohl der Arbeitgeber schon ganz genau weiß, dass er nur eine junge Erzieherin einstellen möchte. Der Arbeitgeber darf sich nur keine Fehler bei seiner „Auswahl“ leisten und alles muss AGG-konform ablaufen.

  3. 3
    unchrist 

    Ich glaube nicht, dass die Frauen bessere erzieher sind.
    Ich habe 3 Gschwister und die habe ICH erzogen und nicht meine Muddah!

  1. […] gleich mal die Unterstellung, “einen Knacks abbekommen” zu haben. Andernorts, bei Michael C. Neubert, wird ihm Recht gegeben, “wenn er die Auswahl einer geeigneten Erzieherin als freie […]

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