Undichte Stelle bei der Polizei
Freitag, 1. Juni 2007 | Autor: Michael C. Neubert
Ich habe eben bei der Kripo angerufen und mich nach dem Stand der Ermittlungen in einem Wirtschaftsstrafverfahren erkundigt.
Die nette KOM’in teilt mir daraufhin mit, dass “die Ermittlungen noch andauern und demnächst mehrere Durchsuchungen geplant seien”.
Na sehr schön, jetzt vertrete ich zwar einen der Betrogenen, aber woher wollte sie das denn wissen. Für einen Anwalt der Beschuldigten wäre diese Information natürlich klasse. Also einfach mal anrufen und freundlich nachfragen, was als nächstes ansteht…


















Da wollte die Frau mal nett sein, und schon wird sie postwendend im Internet denunziert (und zwar so, dass sie – etwa für ihre Vorgesetzten – mit geringem Aufwand vermutlich auch identifizierbar ist). Und das nur, weil bei einem bloggenden Juristen der Mitteilungsdrang mal wieder alles andere ausschaltet.
Keine Angst, identifizierbar ist sie sicher nicht.
Außerdem braucht sich die Polizei auch nicht wundern, wenn Durchsuchungen dann erfolglos sind, wenn man im Vorfeld so unachtsam mit Informationen umgeht.
Vielleicht hilft es ja, dass bei der Polizei etwas sensibler mit Daten umgegangen wird.
Neulich war ich z.B. mit einem Mandanten zur Vernehmung bei der Bundespolizei – wir saßen im Dienstzimmer und um uns herum standen überall Aktenordner mit deutlich lesbaren Namen von Beschuldigten mit Tatvorwurf, Geburtsdatum und Geburtsort.