Dr. Roger Kusch Sterbehilfe e.V. | MCNeubert lawblog

Dr. Roger Kusch Sterbehilfe e.V.

Mittwoch, 21. November 2007 |  Autor:

Dr. Roger Kusch, ehemaliger Justizsenator von Hamburg, hat den den Verein „Dr. Roger Kusch Sterbehilfe e.V.“ gegründet. Es gibt auch bereits einen Entwurf für ein Hamburgisches Sterbehilfegesetzt (HmbSterbeHG).

In der N24-Sendung „Talk ohne Show“ befragte Bärbel Schäfer am gestrigen Abend Dr. Roger Kusch und Prof. Christof Müller-Busch, Ltd. Arzt der Abteilung für Anästhesiologie, Schmerztherapie und Palliativmedizin am Berliner Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe, zum Thema ,,Sterbehilfe“. Dabei prallten zwei Meinungen aufeinander, die im Willen, den Menschen am Lebensende zu helfen, keinen Gegensatz darstellen und dennoch widersprüchlich in der Art und Weise diskutiert werden. Im Kern drehte sich die Auseinandersetzung darum, ob ein todkranker Mensch, der sterben möchte, dies mit menschlichem Beistand darf. Ob also sein Wille zu sterben, von den Nächsten beachtet wird. Während Kusch die Frage mit dem mitgebrachten Prototyp eines Sterbehilfeapparats eindeutig bejahte, wich Müller-Busch auf medizinischen, schmerzlindernden und psychologischen Beistand der Angehörigen aus, deren Anliegen er als zumindest gleichwertig in den Raum stellte. Bärbel Schäfer hätte eine versöhnliche Synthese schaffen können. Schade um die Zuschauer, die sich gemeinsame Antworten auf Fragen für Lebenssituationen erhofft hatten, an denen niemand von uns vorbei kommt.

Kusch gab sich redlich Mühe ohne zu viele Emotionen zu diskutieren und betonte, dass für ihn der freie Wille des Patienten die Hauptsache sei. Wenn dieser den straffreien assistierten Suizid wünscht, muss er auch in Deutschland eine Möglichkeit dafür haben. Prof. Christof Müller-Busch betont immer wieder die Notwendigkeit der Palliativmedizin. Zum einen sei dies die einzig wahre Lösung und außerdem könne es auch nicht nur nach dem Willen des sterbewilligen Patienten gehen – es sei auch an die Angehörigen zu denken. Seine Ansichten begründet er mit seiner eigenen Meinung und der Plattitüde: „Das darf nicht sein“. Dass auch Kusch die Palliativmedizin begrüßt und den assistierten Suizid nicht als deren Ersatz sondern als Alternative und freie Entscheidung der Patienten wünscht, scheint Müller-Busch nicht verstehen zu wollen.
Aber auch Kusch machte Fehler – anstatt klarzustellen, dass beide unterschiedliche Möglichkeiten für Schwerstkranke anbieten und es nun gerade die Aufgabe von Müller-Busch ist, sich um die Patienten zu kümmern, die seine Hilfe wünschen, versucht er sich zu verteidigen – völlig unnötig.

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Thema: Allgemein

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