Badische Aktenheftung
Mittwoch, 10. Juni 2009 | Autor: Michael C. Neubert
Die spinnen, die Badener! Wie um alles in der Welt soll ich diesen verdammten grünen Faden wieder durch diese Minilöcher fädeln? Die Badische Aktenordnung mag ja noch so sparsam sein, mich nervt sie gerade. Zum Scannen der Akte muss der Faden raus und jetzt verzweifele ich gerade daran, den wieder rein zu bekommen – ich bin kurz davor die Akte zu Lochen, in wenigen Sekunden auf einen gescheiten Heftstreifen aufzustecken und denen so nach Konstanz zurück zu schicken – den gründen Bindfaden häng ich mir als Trophäe ins Büro!
Ich weiß, es gibt dafür einen Aktenstecher!

Wie ich gerade bei Wikipedia erstaunt lese: Der Heftstreifen – oder hier auch Aktendulli – wurde von 1939 von Carl Kohl hier in Chemnitz erfunden und hat sich in der halben Welt verbreitet und bewährt – nur eben nicht in Baden.


















Das wäre dann wohl die letzte Akte aus Baden gewesen. Die führen bestimmt ‘ne rote Liste oder sowas, in der lochende Blasphemiker geführt werden…
Lassen Sie den Faden weg, legen Sie ihn mit in den Umschlag, packen Sie eine Tafel Schokolade dabei und gestehen Sie ihr Unvermögen. So machen wir es.
Ok, habe es dann doch recht schnell geschafft und mich wieder beruhigt – den Tipp mit der Schoki merke ich mir für die nächste Akte aus Baden, Danke!
Ein Hinweis sei an dieser Stelle erlaubt, ganz unabhängig wie man zur badischen Aktenordnung steht. Die Einwohner von Baden heißen Badener, nicht Baden.
Viele Grüße aus dem Südwesten!
Wieder was gelernt – ich entschuldige mich bei den Badenern und habe es geändert.
Hey, kann mir bitte jemand erklären, wie der Knoten geht? Ich hab den aufgemacht und weiss nicht wie der wieder zu geht =(
Heute hatte ich erstmals auch das Glück, mit einem solchen Relikt aus Kaisers Zeiten beglückt zu werden. Grauenhaft!
Lesenswert allerdings hierzu dieser Artikel
P.S. @ Matthias H.: Geht auch Badenser? Manche Angehörige dieses Völkchens nennen sich meines Wissens so.
Zur Wissensvertiefung des Herrn Matthias H.und des Herrn C. Neubert: Badenser sagen nur manche ignoranten Nicht-Badener.
)
Wussten Sie schon, dass wir hauptsächlich den Badenern in der 1848-Revolution unsere (erste)Einheit zu verdanken haben?
Seh’n Sie meine Herren, wieder etwas dazu gelernt!
(Und das mit dem Knoten schaffen Sie auch noch
Frage zur “Badischen Aktenheftung”:
Kann mir jemand sagen, ob OBEN immer das Neueste Liegt oder UNTEN?? Ich weiß, dass es in der württ./Preuß. “umgekehrt” war, weiß aber nicht mehr welche nun welche Reihenfolge ist?!? (Muss gerade ein Büro komplett neu sortieren).
Als Dank gibt’s weiteres Wissen zu Baden: NUR Baden (NICHT BaWü) ist das “Musterländle”, aber nicht weil es so toll ist, sondern weil es als langer schmaler Streifen von jedem geograf. Gebiet, wie Odenwald, Rheintal, Schwarzwald, Bodensee) nur einen Teil – alemannisch “Müsterle” (Muster) – hatte. Deshalb “Musterländle”.
KMP
Das NEUESTE ist immer unten, weil nach der bad.Aktenheftung die Akte auch hinten gebunden wird Diese Art der Heftung ist zwar alt, aber dennoch immer noch praktisch, denn wenn die Schnur “lose”, als mit einer Schleife gebunden ist, kann die Akte aufgeklappt mit dem aktuellen Schriftsatz oder -stück nach oben gelegt, kompakt gelesen und gestapelt werden
Übrigens heißt es auf jeden Fall nicht Badenser, denn zu den Einwohnern aus Essen sagt man ja auch nicht Essenzer oder zu den Heilbonnern “Heilbronnser”!
Danke!!
Und der “Rat”schreiber (statt Ratsschreiber) kommt in Baden ja auch nicht von “Rats”en (= schlafen) sondern vom “guten Rat”.
“Merci” wie wir von der Südgrenze sagen!!
KMP