jamba bewirbt gerade eine Funktion namens “Partner Tracker” – im Zielgruppen-TV laufen Werbespots dafür.
Zuerst die gute Nachricht:
Partner Tracker ist “nur” ein Spiel und wird auf der Internetseite von jamba auch als solches verkauft. jamba schreibt in der Beschreibung dazu:
PS: Die Software benötigt kein Internet und benutzt keine GPS Technologie. Diese Software dient lediglich zu Unterhaltungszwecken. Es findet keine echte Aufenthaltsortsbestimmung statt.
Zuvor wird aber sugerriert, das “Spiel” funktioniere tatsächlich:
Suche deine Liebsten und finde heraus was sie machen.
Wolltest du nicht schon immer wissen was dein Schatz macht, während du nicht in der Nähe bist? Noch besser: Zeige deinen Freunden wo Ihre Partner sind und was sie im Moment wirklich tun! Einfach die Nummer eingeben, tracken und schon zeigt es dir dein Handy. Mit dieser coolen Software bist du garantiert der Held jeder Party! Ein Riesenspaß für alle! Neugierig? Worauf wartest du?! Hol’ Dir jetzt den Partner Tracker!
Im TV-Spot bewirbt jamba die Funktion mit dem Spruch: “Verarsche Deine Freunde” und schreibt im Kleingedruckten dazu “Spaßapplikation – datenschutzkonform, da Simulation”.
“Verarscht” wird aber eher der Verbraucher, der für 3,99 EUR oder 4,99 im Abo eine Applikation erhält, die zum Glück nicht so funktioniert, wie mancher dies vielleicht glaubt.
Außerdem besteht die Gefahr, dass der spielerische Umgang mit einer Applikation, die – wenn sie denn funktionieren würde – gegen die informationelle Selbstbestimmung verstoßen würde, zu einer allmählichen Akzeptanz solcher Methoden in der Wirklichkeit führt und die Sensibilität der Bevölkerung für den Datenschutz gänzlich verloren geht.
Mehr dazu auch bei der FAZ.
Nachtrag:
Übrigens lief kurz nach der Werbung für den Partner Tracker ein Spot von bobmobile.de für deren Applikation Mobile Spy, die wohl kein Spaß mehr ist, sondern tatsächlich funktioniert. Bei Mobile Spy soll zwar vorher die Einverständniserklärung des Überwachten erforderlich sein, macht die Sache aber trotzdem nicht sicher. Wie einfach ist dieses “Einverständnis” des Partners abgegeben, wenn der gerade mal sein Handy irgendwo liegengelassen hat.
Letzte Kommentare