Journalismus | MCNeubert lawblog

„Promotion-Journalismus“

Mittwoch, 25. Juli 2007 | Autor:

Der Pressekodex sieht in Ziffer 7 eine klare Trennung von redaktionellem Inhalt und Werbung vor.

Die Verantwortung der Presse gegenüber der Öffentlichkeit gebietet, dass redaktionelle Veröffentlichungen nicht durch private oder geschäftliche Interessen Dritter oder persönliche Interessen der Journalistinnen und Journalisten beeinflusst werden. Verleger und Redakteure wehren derartige Versuche ab und achten auf eine klare Trennung zwischen redaktionellem Text und Veröffentlichungen zu werblichen Zwecken.

Die geforderte Trennung soll durch eine entsprechende Kennzeichnung deutlich gemacht werden. Dies erfolgt regelmäßig durch die Kennzeichnung mit dem Wort „Anzeige“ und einer räumlichen oder grafischen Abgrenzung vom redaktionellen Inhalt.

Im Feinschmecker (Heft Juli 07), den ich heute bei schönstem Sonnenschein auf dem Balkon gelesen habe, unterschiedet man offensichtlich zwischen ganzseitigen Anzeigen, bei denen es keiner Kennzeichnung bedarf, Kleinanzeigen mit der Überschrift „Anzeige“ und gemischten Beiträgen mit der Überschrift „Promotion“.

Immerhin 16 Seiten „Promotion“, in denen es um Wein, Champagner, Schokolade, Käse, Wodka und Gin geht. Ich habe nicht gezählt, wie oft in diesen durchaus interessanten Artikeln genannt wird, dass die vorgestellten Produkte im Sortiment von METRO Cash & Carry zu finden sind.

Um eine klare Trennung zwischen redaktionellem Text und Werbung dürfte es sich hier wohl nicht mehr handeln.

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Skandaljournalismus bei Sat1 – Akte 07 zu „Sex-Chats“

Mittwoch, 31. Januar 2007 | Autor:

Akte 07 berichtet heute zu diesem Thema:

Sex-Überfall im Kinderzimmer: Wenn Erwachsene übers Internet perverse Bilder schicken

Seltsam war bereits der Beginn des Beitrages – er bestand aus einer Werbung für ein „Schutzprogramm“, ohne dass dies tatsächlich als Werbung zu erkennen war. Soweit ich mich erinnere wurde für „safe use“ geworben, aber dazu konnte ich im Internet nichts passendes finden. Auf der Seite von Akte wird für Netkids geworben – bin mir aber nicht sicher, ob der Werbeclip von denen war.

Im Beitrag selbst ging es um ein junges Mädchen, das in einem Chat sexuell belästigt wurde. Mit großer Empörung berichteten die Eltern – ein Jugendpsychologe forderte eine Zwangstherapie für den Sextäter.

Die Eltern hatten den Chat ihrer Tochter mit einem Überwachungsprogramm (monitoring), welches den Desktop aller paar Sekunden druckt und speichert, überwacht (wohl so ein ähnliches Programm). Die vom Chat-Täter gemachten Bildschirmprints stellten die Eltern auf eine Homepage und setzen 500,00 EUR Belohnung für die Ergreifung des Täters aus. Ein Ermittlungsverfahren war zuvor eingestellt worden, weil die IP-Adresse des Täters nicht mehr zu ermitteln war.

In der Sendung selbst war das Gesicht der Tochter unkenntlich gemacht worden und ihre Beiträge wurden meiner Ansicht nach nachgesprochen. Ihre Eltern waren aber zu erkennen. Über die Community bei Sat1 ist der Name der Familie und die oben genannte Homepage zu erreichen – kann mir vorstellen, dass die Akte Sendung an der Schule der Tochter morgen Gesprächsthema Nr. 1 ist. Ob man ihr damit einen Gefallen getan hat? Bei Aktenzeichen xy ungelöst war ein solcher Versuch vor einiger Zeit schon einmal nicht gerade glücklich gelaufen – siehe auch hier.
Hier noch ein passender Beitrag aus der Sat1 Community:

Oh ihr armen Leute, braucht ihr wirklich software die eure kinder ausspioniert ? Am besten noch heimlich ? Wenn eurer Kind, oder eher gesagt jugendliche tocher noch etwas älter ist, macht ihr euch möglicherweise strafbar!!
Warum kann man nicht einfach mit Kindern darüber reden anstatt mit software das vertrauen zu mißbrauchen ? Ich würde mal behaupten ein gut aufgeklärtes Kind/Jugendliche ist der beste schutz, und nicht so ne dämliche Überwachungssoftware.Und peinlich dass Sat1 indirekt für solche heimlichen maßnahmen Werbung macht
Und wenn das Kind mit solchen gefahren nicht umgehen kann, dann sollte man als Eltern konseqent das Internet verbieten, oder sich persönlich dirket neben dem PC setzten

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DAV-Pressepreis

Freitag, 6. Mai 2005 | Autor:

Die Preisträger des diesjährigen DAV-Pressepreises sind Christian Bommarius, Dr. Horst Mayer und Gaby Probst.

Bommarius, Berliner Zeitung, wurde ausgezeichnet für seine feinsinnigen Kommentare und Analysen von Gesetzgebung und Rechtsprechung und Probleme unserer Gesellschaft.

Von Dr. Horst Meier stammt der Beitrag „Daumenschrauben gefällig“ im Deutschlandfunk, in dem es um den Fall Daschner geht.

Und Gabi Probst wird ausgezeichnet für ihre 2003 bis 2005 in „Klartext“ und „Kontraste“ gesendeten Beiträge, mit denen sie Missstände in der JVA Brandenburg aufgedeckt hat.

Mehr dazu in der Pressemitteilung des DAV.

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