Kündigung | MCNeubert lawblog

Facebook Spiele am Arbeitsplatz

Donnerstag, 25. Februar 2010 | Autor:

Es ist schon erstaunlich wie oft in meinen Facebook Neuigkeiten Meldungen wie diese auftauchen:

Mal abgesehen davon, dass diese Spiele-Meldungen von FarmVille oder MafiaWars ohnehin etwas nervig sind, steht in der unteren Zeile auch Datum und Uhrzeit des Eintrages (bei neueren Einträgen noch „vor 54 Minuten“ oder „vor 9 Stunden“ – bei älteren Einträgen dann mit Datum und Uhrzeit).

Solche Spiele-Meldungen erscheinen auch oft zu Uhrzeiten, an denen der fleißige Spieler mit ziemlicher Sicherheit gerade an seinem Schreibtisch im Büro sitzt und nicht unbedingt für die Spielerei bezahlt wird.

Je nachdem, für wen die Pinnwand-Einträge sichtbar sind (siehe Einstellungen zur Privatsphäre bei Facebook), kann diese auch der Chef mitlesen – erst recht, wenn er auch auf der Freundesliste steht.

Nun kann die Spielerei am Arbeitsplatz ja recht entspannend sein, aber nicht jeder Chef wird dies unbedingt mögen. Selbst wenn das Pflegen von Kontakten bei Xing oder facebook zumindest teilweise auch der geschäftlichen Vernetzung dienen kann, so dürfte die Spielerei den Bogen schnell überspannen und kann (nach entsprechender Abmahnung) auch zur Kündigung führen.

Wenn schon am Arbeitsplatz gespielt wird, dann besser keine so deutlichen Spuren hinterlassen, wie das bei Facebook der Fall ist.

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Kettenbriefe

Dienstag, 16. Juni 2009 | Autor:

Gerade habe ich einen dieser Kettenbriefe erhalten. Man soll ein ein kleines Rätsel lösen:

What is the next number in the series 1, 2, 6, 42, 1806, ?????

Die Lösung ist das Passwort für eine angehängte Exel-Liste in der man sich stolz darüber, dass man die Lösung gefunden hat, eintragen soll. Offensichtlich tragen viele dort neben ihrem Realnamen auch gleich noch ihren Arbeitgeber und Wohnort ein.

kettenbrief

Im Zweifel wird sich der Arbeitgeber über die hohe Intelligenz seiner Mitarbeiter freuen, könnte aber auch stinksauer sein, wenn er sieht, dass man wohl nichts besseres zu tun hat, als vielleicht auch noch während der Arbeitszeit Rätsel zu lösen und Kettenbriefe zu verschicken.  Zumindest nach vorausgegangener Abmahnung kann sowas auch zu einer Kündigung führen.  Wenn man sich schon in diese Liste eintragen muss, dann doch besser ohne Nennung des Arbeitgebers.

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Profis kündigen besser selbst!

Freitag, 3. April 2009 | Autor:

Nach einem Urteil des Amtsgerichts Gießen (Az. 712 C 47/08) dürfen professionelle Vermieter nicht vorschnell einen Rechtsanwalt für Kündigungen aufgrund von Mietrückständen einschalten – jedenfalls könne sie die Anwaltskosten dann nicht vom Mieter verlangen. Eine Kündigung auf Grundlage des § 543 Abs. 2 Nr. 3 a) BGB müssen sie schon selbst hinbekommen.
Mag ja sein, dass die professionellen Vermieter oder Hausverwalter die Kündigung hinbekommen, aber in den seltensten Fällen zieht der Mieter dann auch fristgerecht aus. Für die Räumungsklage braucht dann wohl auch ein professioneller Vermieter einen Anwalt und dann kann er es auch gleich nach entsprechenden Zahlungsrückständen an den Anwalt abgeben.

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Kündigung bei Abbruch der Alkohol-Therapie?

Montag, 22. Januar 2007 | Autor:

Mir stellt sich gerade die Frage, ob der Abbruch einer Alkoholtherapie eine personenbedingte Kündigung rechtfertigen kann.

Der Arbeitnehmer ist Alkoholiker – eine erste Therapie hat er komplett durchgehalten, wurde aber kurze Zeit später  rückfällig. Mit viel Überzeugung und Unterstützung durch den Arbeitgeber hat der Arbeitnehmer eine zweite Therapie begonnen. Diese hat er nach etwa der Hälft der Zeit selbst abgebrochen und möchte nun wieder arbeiten. Gleichzeitig wurde ihm von der Therapiestelle mitgeteilt, dass er aufgrund des Abbruchs nicht nochmal einen Therapieplatz erhält. Der Arbeitgeber hatte sich für die Zeit der Therapie eine Ersatzkraft eingestellt – befristet bis zum Ende der Therapie.

Reicht der Abbruch der Therapie schon aus, um eine negative Prognose erstellen zu können oder muss der Arbeitgeber für eine Kündigung warten, ob er wieder rückfällig wird? Durfte der Arbeitgeber darauf vertrauen, dass der Arbeitnehmer frühestens nach Ende der Therapie wieder kommt.

Zum Glück hat der Arbeitnehmer noch Resturlaub, den er erstmal nehmen muss – bleibt abzuwarten, ob er den Urlaub trocken übersteht.

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